Freiburg/Endingen. „Mein bisheriges Engagement in der katholischen Kirche möchte ich als Diakon erweitern und vertiefen“, sagt Harald Balle aus Endingen-Königschaffhausen, der insbesondere in der Pfarrei St. Vitus in Amoltern ehrenamtlich tätig ist. Gemeinsam mit fünf weiteren Männern wird er am Sonntag (23.11., 10.00 Uhr) von Weihbischof Dr. Peter Birkhofer in einem festlichen Gottesdienst im Freiburger Münster zum Ständigen Diakon geweiht. „Ständig“ heißt, dass Harald Balle immer Diakon bleiben wird und nicht zu einem späteren Zeitpunkt die Priesterweihe empfängt. Der Gottesdienst wird im Internet auf www.ebfr.de/livestream übertragen.
Harald Balle beschäftigt sich schon seit seiner Jugend mit existenziellen Fragen und hat im Glauben Orientierung und Trost gefunden. Er ist Diplom-Theologe mit Spezialisierung im Kirchenrecht und arbeitet seit 1988 im kirchlichen Dienst. Seit 1991 ist er im Erzbischöflichen Offizialat Freiburg tätig. Zudem engagiert er sich seit über dreißig Jahren ehrenamtlich in der Gottesdienstvorbereitung in der Diözesankurie und hielt über zehn Jahre lang theologische Vorträge im Kloster in Bühl. Er ist Lektor und Kommunionhelfer, ebenso leitet er seit einigen Jahren in der Seelsorgeeinheit Nördlicher Kaiserstuhl Wortgottesfeiern und moderiert einen Bibelkreis („Bibel-Teilen“). Durch die Weihe zum Ständigen Diakon möchte er sein ehrenamtliches Engagement ausweiten und „ein Zeichen setzen, dass mir Glauben und Kirche sehr wichtig sind“. Seine Freunde und Kollegen unterstützen ihn auf seinem Weg.
Der angehende Diakon wird in der künftigen Pfarrei St. Johannes in Emmendingen eingesetzt werden. „Mein Schwerpunkt ist im Rahmen der Seniorenpastoral der ‚Dienst am Wort‘, das heißt der Predigtdienst. Auch möchte ich für Glaubensgespräche zur Verfügung stehen, besonders für Menschen mit Glaubensschwierigkeiten oder in Sinnkrisen“, sagt Harald Balle. „Ich durfte im Offizialat oft erleben, dass sorgfältiges Zuhören nach den Prinzipien der personenzentrierten Therapie von Carl Rogers bereits eine Form von Seelsorge darstellt oder deren Grundlage legt.“ Als Herausforderung seiner Tätigkeit sieht er, „bei sogenannten Kasualien – Taufen, Trauungen, Beerdigungen – auch eher kirchendistanzierten Menschen einen Bezug zum Glauben oder wenigstens einen Transzendenzbezug zu vermitteln.“
Der 62-Jährige ist in seiner Arbeit von verschiedenen Theologen, z. B. Romano Guardini oder Richard Rohr, sowie von der sogenannten Logotherapie inspiriert. Ebenso beschäftigt er sich seit Jahrzehnten mit Biographien von Heiligen, Seligen und anderen christlichen und spirituellen Menschen. „Ich bin überzeugt, dass Christus in ihnen durch die Jahrhunderte hindurch wirkmächtig bei uns ist“, betont er. „Meine Lieblingsheilige ist Elisabeth von Thüringen, die bekanntlich eine sehr caritative oder ‚diakonische‘ Heilige war.“ Ihn begeistere ebenso „die Erschließung und Vermittlung von sperrigen und scheinbar aus der Zeit gefallenen Evangelienperikopen.“
Mehr Infos zum Ständigen Diakonat: www.ipb-freiburg.de/staendigerdiakon.
(cvl/kas)

